PR A Patrick Reuter Architektur

Profil

Patrick Reuter Architektur (PR A) arbeitet an vielschichtigen Projekten in den Bereichen Architektur, Städtebau und Landschaft. Die Entwürfe entstehen aus der Auseinandersetzung mit Stadt und Land, mit Geschichte und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Zentrale Themen sind Raum und Zeit sowie das Spannungsfeld zwischen Permanenz und Veränderung.

Patrick Reuter studierte Architektur an der ETH Zürich und an der Universidad de Buenos Aires (UBA) und schloss sein Studium 2008 an der ETH Zürich ab. Nach dem Studium arbeitete er in Basel, Paris und Buenos Aires, unter anderem bei Christ & Gantenbein, Ateliers Jean Nouvel und Richter Dahl Rocha. Anschliessend gründete er sein eigenes Architekturbüro in Basel.

Von 2011 bis 2013 war Patrick Reuter Assistent am Institut NSL (Netzwerk Stadt und Landschaft) der ETH Zürich. 2013 erhielt er ein Reisestipendium der Erich Degen Stiftung, aus dem die Publikation „Leicht und schwer – Eine gebaute Vision der brasilianischen Moderne“ hervorging. Von 2019 bis 2021 lehrte er als Visiting Assistant Professor an der University of Miami School of Architecture.

Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Swiss Arc Award – Schweizer Architekturpreis (2016), dem International Architecture Award des Chicago Athenaeum und des European Center for Architecture (2019) sowie dem Best Architects Gold Award ausgezeichnet. Seine Tätigkeit verbindet architektonische Praxis mit Lehre und Forschung.

Adresse

Gärtnerstrasse 46
CH-4057 Basel
Schweiz

+41 61 511 88 53

+41 78 870 97 87

Kontakt

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Job

Patrick Reuter Architektur (PR A) sucht ab Februar / März eine:n Praktikant:in und Architekt:in (60–80 %) zur Mitarbeit an Projekten in den Bereichen öffentlicher Raum, Wohnbau und Wettbewerb. Gesucht werden motivierte Personen mit Interesse an Entwurf, Raum und Konstruktion sowie einer selbstständigen und sorgfältigen Arbeitsweise. Die Bewerbung mit kurzem Motivationsschreiben und Portfolio (max. 10 MB) bitte per E-Mail senden. Aufgrund der Vielzahl an Bewerbungen können wir leider nicht alle Einsendungen persönlich beantworten. Wir danken für das Verständnis.


Projekte

Sonnenbad St. Margarethen

Neubau Naturbad

Das neue Sonnenbad ist ein Ort für Erholung und Begegnung und umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher und ganzjährlicher Nutzungen. Das neue Naturbad, inmitten einer ausgedehnten Gartenanlage mit einem wertvollen Baumbestand, bildet das Kernstück. Das kreisförmige Bad umfasst einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich und einen umrahmenden Teich für die biologische Filterung und Aufbereitung des Wassers. Ergänzt wird das Bad um offene und gedeckte Aufenthaltsbereiche, Umkleidekabinen, einem Restaurant und Kiosk, einem Veranstaltungssaal und Jugendhaus, einer Sauna mit Ruhezone und einem kleinen Werkhof. Die am Ende ihres Zyklus stehenden Bestandsbauten aus dem frühen 20. Jahrhundert, die zu einer Zeit entstanden sind als ein öffentliches und kollektives Hygiene- und Gesundheitsbewusstsein bedeutsam wurden, werden durch eine modulare Holzstruktur ersetzt und ergänzt. Die lineare historische Anlage und deren gefassten Aussenbereiche werden aufgenommen und weitergedacht. Die Architektur ist reduziert auf eine Struktur die den Ursprung für vielseitige und abwechslungsreiche Orte, Stimmungen und Bezüge, bilden mag. Das Gefüge kann mal stärker oder mal schwächer sein und soll sich den Bedürfnissen und der Zeit anpassen können. Ein Wechselspiel zwischen Rahmung und Durchlässigkeit, zwischen Nähe und Weite und zwischen Fragilität und Resilienz zeichnet diesen neuen Ort aus.

Im Strom der Schwellen

Wohnhaus

Das neue Einfamilienhaus befindet sich im hinteren Bereich eines privaten Grundstücks auf einem sanft abfallenden Gelände und ist sorgfältig in das anspruchsvolle Terrain eingebettet. Auf einem ausgetrockneten Flussbett errichtet, zeichnet sich der Standort durch einen vielschichtigen Untergrund aus, der aus Lehm, Löss, Fels und Rheinkies besteht. Unterirdisch stabilisiert eine entlang der gesamten Länge des Hauses verlaufende Rühlwand den losen Kies und Schotter. Im Zentrum des Hauses befindet sich ein durchgehender, ebenerdiger Wohnraum, der an der Vorder- und Rückseite zum Garten hin verglast ist und seitlich von Wohnbereichen eingerahmt wird. Dieses räumliche Kontinuum verbindet nahtlos Innen- und Außenräume und ermöglicht eine fließende Interaktion zwischen beiden. Schiebe- und Falttüren an den Seiten erlauben es, den Wohnbereich je nach Bedarf mit den angrenzenden Räumen zu verbinden oder abzugrenzen. Querverweise zwischen den Räumen werden bewusst zugelassen, während starre Grenzen weitgehend vermieden werden, sodass der Wohnraum flexibel und erweiterbar bleibt. Der zentrale Raum entsteht durch eine räumliche Entflechtung, die durch das Auseinanderrücken der Haupttragwände erreicht wird, innerhalb derer die geschlossenen Räume gebildet werden. Der Hauptwohnraum, der inhaltlich dichteste Bereich, ist strukturell als „leerer“ Raum konzipiert, wodurch eine Atmosphäre aus gleichzeitiger Spannung und Ruhe entsteht. Eine offene Treppe verbindet den zentralen Raum mit dem Obergeschoss, das auf vier inneren Eckpunkten der darunterliegenden Außenwände ruht. Interessanterweise erzeugt diese Anordnung eine erhebliche Last und betont die definierenden Momente des „leeren Raumes“. Die tragenden Außenwände aus Sichtbeton stehen in beiden Geschossen rechtwinklig zueinander, was die bewusste Ausrichtung der Räume und das sorgfältige Gleichgewicht zwischen Sensibilität und Robustheit in der konstruktiven Gestalt widerspiegelt. Diese Gestaltungselemente sind inspiriert von den vielschichtigen geologischen Merkmalen des Standorts und der baulichen Dichte der Umgebung. Die Architektur strebt eine harmonische Verbindung zwischen natürlicher Einbettung und den Zwängen der komplexen Umgebung an. Hier trifft Ruhe auf Unruhe. Schwellen definieren Übergänge, während fließende Räume Grenzen auflösen. Zusammen formen sie einen einheitlichen, umbauten Raum. Ein Ort, ein Haus.

Mitten am Rand

Schulhauserweiterung Laubegg

Mit der Strategie der Verdichtung der bestehenden Bausubstanz wird neuer kollektiver Raum und Zentralität geschaffen. Dabei wächst das Mass an Interaktion mit der Zunahme von Aktivitäten und räumlicher Dichte. Mittels Bündelung und Stärkung des bestehenden Knotenfelds wird einer Auflösung und Bezugslosigkeit entgegengewirkt. Der neue Baukörper soll Nähe zu den bestehenden Schulbauten und Aussenanlagen schaffen und die vertrauten Erschliessungswege nutzen. Der Erweiterungsbau fasst das zentrale grosse Sportfeld der Schulanlage, ähnlich einem städtischen Platz, und definiert damit einen Ort hoher sozialer Dichte. Gleichzeitig ergänzt der neue Baukörper eben diesen Platz um einen grosszügigen gedeckten Aussenraum. Dieser geschaffene Ort ist vielseitig nutzbar und dank der vier offenen Ecksituationen gut erschlossen. Eine Besonderheit des Entwurfs bildet das grosszügig gedeckte und offene «Begegnungsgeschoss». Das offene Erdgeschoss, der «leere Raum» ist voller Inhalt. Die Entscheidung einen nicht umschlossenen Raum zu gestalten ist das Ergebnis einer räumlichen Entflechtung und dem Wunsch einen mit Energie und Spannung geladenen Raum zu schaffen. Die individuelle Sinneserfahrung wird gefördert, wo Erfahrungen, Ideen und Möglichkeiten zusammenkommen, und der Umgebungsbezug immerzu erlebbar ist. Ein Raumkontinuum, das dem Ort Identität und Kontinuität verleiht und bis tief an die topografische Kante führt um damit dem Ort die maximale Spannung zu verleihen.

Präzise Distanz

Wohnhaus und Gästehaus am Hang

An der Kante eines steilen Hanges mit Blick über Stadt und Landschaft stehen ein Wohnhaus und ein Gästehaus als zwei eigenständige Baukörper. Zur Stadt hin erscheinen sie zweigeschossig, zur Gartenseite als eingeschossige Längskörper. Der Garten mit Schwimmbad, Pergola und dichtem Baumbestand bildet das räumliche Gegenüber zur Architektur. Beide Häuser werden vom Garten aus erschlossen. Ein Zwischenraum trennt Wohnhaus und Gästehaus räumlich, verbindet zugleich den oberen Garten mit dem unteren Hang und gewährleistet die gewünschte Privatsphäre. Die Wohnräume liegen im oberen Geschoss, die privaten Schlafräume im darunterliegenden Erdgeschoss. Ein Glasoberlicht im Gästehaus sowie ein abgesenkter Hof beim Wohnhaus führen Tageslicht tief in die zum Hang orientierten Räume. Der Grundriss folgt einer sequenziellen Ordnung aus Haupt- und Nebenräumen. Die Wohnräume sind seitlich von Sichtbetonwänden gefasst und zur Stadt wie zum Garten vollständig verglast, dienende Räume liegen dazwischen und sind niedriger ausgebildet. Die Tragstruktur folgt dieser Abfolge aus Betonwandscheiben und Decken und erlaubt den Verzicht auf Querwände. So entstehen offene Räume mit fliessenden Übergängen nach aussen, während die seitlichen Einfassungen robust und präzise bleiben. Diese Ambiguität zwischen Festigkeit und Unbestimmtheit prägt die Architektur. Sie entsteht aus der Schichtung tief im Terrain verankerter Sichtbetonwände und darüberliegender, selbsttragender Holzbalken. Innen bleiben die Betonflächen roh, aussen sind die Baukörper mit hinterlüfteten, vertikalen, geschwärzten Holzlamellen verkleidet.

Blauer Reiter

Mehrfamilienhaus Steinlig

Das neue Mehrfamilienhaus Steinlig ist ein Vorschlag für urbanes Wohnen auf dem Lande, wo Bewegungsfreiheit und Dichte Hand in Hand gehen. Es nutzt seine vielfältige Umgebung und verwandelt sie in ein Gebäude, das die obere Landschaft mit dem unteren Vorstadtbereich verbindet. Als Pavillon im Garten soll eine Verbindung zwischen den Wohnungen und der umgebenden Natur geschaffen werden, ohne die neu angedachte städtische Präsenz und den Maßstab zu beeinträchtigen. Ein Blauer Reiter soll als Symbol für den Aufbruch zu einem neuen Wohnen und einer neuen Urbanität im Knotenfeld eines peripheren Raums der Metropolitanregion Zürichs in Erscheinung treten. Der vorgefundene Grünraum wird als eine der Hauptqualitäten angesehen, die es zu erhalten und zu stärken gilt. Die wertvollen vorhandenen Bäume stehen für diese Qualität und prägen die Kubatur des vorgeschlagenen Gebäudes, dessen Form und Position die Erhaltung aller Bäume berücksichtigt. In Anbetracht des allgemeinen Bestrebens, in Kontinuität mit den Außenräumen zu leben, sind die weitläufigen Veranden als Außenraum gedacht. Es handelt sich um Bereiche, die je nach den klimatischen Bedingungen entweder als Außen- oder erweiterter Innenraum genutzt werden können und die eine intensive Nähe zu den vorhandenen Bäumen und dem Garten ringsum ermöglichen. Der Vorschlag für ein tägliches Leben, das sehr stark mit dem Außenraum verbunden ist, wird als eine grosse Qualität angesehen, die in Vorstädten wie Brassersdorf, im Gegensatz zu sehr dicht besiedelten städtischen Gebieten, möglich sind.

Synchronität

Landschaften des Wandels und der Beständigkeit

Was ist, ist schon immer gewesen. Was war, ist schon immer gewesen. Was sein wird, ist schon immer gewesen. Nichts kann wirklich präsent sein, wenn es nicht bereits potenziell existiert. Das Projekt befindet sich innerhalb des historischen Territoriums, das im Laufe der Jahrtausende von Sand und Wind, dem Fluss des Wassers und den Menschen geformt wurde. Es interpretiert das landwirtschaftliche Muster der Mauern neu, die sich zum Rand der historischen Stadt hin auflösen. Durch eine Reihe von Eingriffen, die den Raum durch die Hinzufügung und Integration verschiedener Arten von Mauern definieren und seine Gliederungen mit Bedeutung aufladen, bietet das Projekt einen modernen, komfortablen Raum im Dialog mit seiner eigenen Vergangenheit und Zukunft. Moderne Technologien wie ein geothermisches System und Windkraftgeneratoren sorgen dafür, dass die Architektur die Zivilisation, die sie beherbergt und fördert, auch für kommende Generationen erhält. Die Architektur verbindet die reiche Umgebung und die angebotenen Erfahrungen zu einem intimen Raum, der ein Gleichgewicht zwischen der Erhaltung des Wertvollen und seiner Bereicherung durch Dauerhaftigkeit, Komfort und ein Gefühl der Synchronizität mit der eigenen Kultur und Umgebung herstellt.

Plane Sailing

Wohnhaus

Gegensatzpaare wie Leicht und Schwer, oder Stützen und Lasten, bezeichnen die wesenseigenen Merkmale des entstandenen Entwurfs. Die Konstruktion ist eine hybride Komposition. Der Fussboden im Erdgeschoss, die Feuerstelle und die zwei tragenden Aussenwandscheiben sind aus Beton. Die Materialisierung entspringt dem steinigen Untergrund und die Oberflächen sind homogen und roh. Ein vorfabrizierter, filigraner Holzelementbau bildet die Konstruktion des aufliegenden Baukörpers. Der Holzbau liegt seitlich auf, ist vorne und hinten auskragend und wird mittels zweier Ausfachungen aus gekreuzten Stahlzugbändern vor den seitlichen Fenstern zurückgebunden. Die Decke über Erdgeschoss wird zudem mit Zugstäben bei den Auskragungen an den beiden querliegenden Stahlträgern im Dach aufgehängt. Die Einfachheit des gewählten Systems wird durch eine folgerichtige Komplexität ergänzt und findet ihren Ausdruck in einer zweigeschossigen Betonstruktur. Diese dient im Erdgeschoss der Feuerstelle, auf die eine Querwand abgestellt wird. Das Element greift in den Holzbau im Obergeschoss ein, wo die Betonbadewanne und ein Betonkubus beim Esszimmer wegen der ungleichen Längen ein statisches Gleichgewicht schaffen. In umgekehrter Abfolge gibt es im hinteren Gebäudeteil einen Holzbaukörper, der die Garderobe und die Treppe aufnimmt und vom Obergeschoss bis ins Erdgeschoss führt. Ein statischer Balanceakt entfacht ein kräftiges und ausgedehntes Raumgefühl und bringt eine beziehungsreiche Architektur zum Vorschein.

My Hometown

Gemeinschaftliches Wohnensemble

Zwei Wohnbauten und zwei Pavillons bilden ein einfaches Ensemble, das den gemeinschaftlich genutzten Garten in der Mitte freilässt. Die Häuser stehen am Rand der Parzelle und schaffen eine klare städtebauliche Figur, offen zur Nachbarschaft und doch eindeutig gefasst. Der Garten wird zur räumlichen und sozialen Mitte des Projekts – Ort für Alltag, Rückzug und gemeinschaftliche Nutzung. Das Wohnen entfaltet sich in einer Folge von Innen- und Aussenräumen. Laubengänge, Veranden und Übergangszonen werden zu sozialen Räumen, die beiläufige Begegnung ermöglichen, ohne Privatheit aufzuheben. Unterschiedliche Wohnungstypen erlauben generationenübergreifendes Wohnen: kompakte Einheiten, Familienwohnungen, Stöckli-Modelle. Die Grundrisse sind robust, gut belichtet und flexibel nutzbar – anpassbar an veränderte Lebensformen. Die Architektur folgt einer elementaren Ordnung: ein modularer Holzbau, der durch Wiederholung Qualität erzeugt und aus einfachen Bauteilen räumliche Vielfalt schafft. Zwei Pavillons ergänzen das Ensemble – einer für gemeinschaftliche Nutzungen, einer für Technik und Lager – und machen ein Untergeschoss überflüssig. So werden Materialverbrauch, Eingriffe in den Boden und Leitungswege reduziert. Passive Klimastrategien, Fernwärme und integrierte Solarpanels sichern einen ressourcenschonenden Betrieb.

Reciprocita

Naturhistorisches Museum Locarno

Das Museum scheint von weitem betrachtet wie ein schwerer und geschlossener Baukörper, welcher in sich ruht und flach über dem Boden schwebt. Die beiden Körper stehen jeweils auf zwei Füssen und lassen den öffentlich-offenen Raum bis tief ins Innere und Nahe an die umrahmende Mauer fliessen. Es gibt keine Schwelle und keine Grenze. Das Erdgeschoss ist ein fliessender Bereich zwischen Innen und Aussen. Geschützt unter einem Dach, behält der Besucher den direkten Bezug zum Innen- und Aussenraum, zum Museum und zum Park. Es ist ein offenes Raumkontinuum, sind die Räume doch alle öffentlich und nicht privat. Ein Wechselspiel zwischen offenen Ebenen und scheinbar geschlossenen Volumen, ein Dualismus der geradezu befreiend ist. Das horizontale offene Raumkontinuum transzendiert nahe der Umfassungsmauer zu einem sich vertikal öffnenden Raum. Damit wird die notwendige räumliche Distanz zur Mauer im Südwesten der Anlage und deren Artikulation bekräftigt. Der erklärte «leere Raum» ist dabei keinesfalls Leere. Die entstandene Leere ist das Ergebnis einer räumlichen Entflechtung und es ist die Energie und Spannung dieses leeren Raumes, die in der individuellen Sinneserfahrung wahrgenommen werden kann und die Menschen an diesem spezifischen Ort näher zueinander bringen vermag.

Das rote Haus und die grüne Maschine

Schweizerische Kanzlei in Singapur

Das neue Gebäude wird um einen neuen Baukörper erweitert, der selbstverständlich über dem Bestand zu schweben scheint. Zwischen dem neuen und dem bestehenden Baukörper wird das Green-House, welches für Innovation und Nachhaltigkeit steht, als Zwischenebene eingeführt. Das eingeschobene Zwischengeschoss ist visuell zurückversetzt, wohingegen das Obergeschoss eine nach Aussen akzentuierte Struktur zeigt. Das Obergeschoss nimmt die Struktur des Bestandes auf und stützt auf dieser ab. Das Konzept ist deutlich lesbar und verständlich und steht damit für Transparenz und Offenheit. Die Luftverschmutzung und Smog sind eine akute Problematik in Singapur. Singapur verfolgt das stadtplanerische Ziel, die natürliche, tropische Umgebung mit dem Baumbestand zu verbinden, weshalb das Stadtbild von Strassenbäumen, Grünanlagen, Parks und Fassadenbegrünung geprägt ist. Der Entwurf für die Schweizer Kanzlei möchte dieses sehr aktuelle und wichtige klimapolitisches Thema aufnehmen und einen Beitrag für ein technisches, architektonisches und innovatives Gebäude leisten. Das Green-House ist die Lunge des Gebäudes, spannt sich zwischen dem neuen und alten Gebäudeteil auf, und sorgt für eine natürliche Luftreinigung durch Innenraumbepflanzung. Die Luft wird durch das Gewächshaus gefiltert, dieses dient quasi als Sauerstofftank, und die Pflanzen geben den gereinigten Sauerstoff mit stark verringertem Kohlenstoffdioxid durch die Lüftungsanlage in jeden Bereich des Hauses. Die stark verschmutze Luft wird natürlich gereinigt.